Es sind noch 157 Tage bis zum Start des Volvoocearace 2011/12 und es tut sich einiges. Mittlerweile haben mehrere Teams ihre neuen Boote fertiggestellt und sind nun am testen.
Vor einigen Tagen hat Groupama 4 den ersten kleinen vierstündigen Probeschlag gemacht, nachdem das Boot ende April fertiggestellt wurde. Der Skiper Franck Cammas zeigte sich sehr zufrieden mit dem Boot und sagte:
“I’m happy with how she feels at the helm and the boat’s trim.”
Ziel für die Woche sei es nun die richtigen Einstellungen der einzelnen Systeme zu finden und ggf. anzupassen. Nun gilt es möglichst schnell alles zu optimieren, um möglichst schnell auf dem neuen Boot trainieren zu können.
Wem der Name Groupama oder Franck Cammas bekannt vorkommt der hat sich nicht getäuscht. Groupama 3 (ein Trimaran) hält zur Zeit den Rekord für die schnellste Weltumsegelung mit 48 Tage 7 Stunden 44 Minuten und 52 Sekunden. Da der Rekordversuch von “Banque Populaire V” scheiterte, wegen einer Kollision mit einem treibenden Objekt steht der Rekord natürlich auch weiterhin. Franck Cammas Skipperte damals den Rekord und will nun beim Volvooceanrace 2011/12 zeigen was er auf einem Monohull drauf hat. Die Route du Ruhm 2010 (eine Einhandregatta über den Atlantik) gewann er mit der modifizierten Groupama 3 und stellte dazu noch gleich einen Streckenrekord für diese Regatta auf.
Die Groupama 4, also der Volvo 70, basiert im übrigen auf dem Gewinnerboot des vergangenen Volvooceanrace, Ericsson 4. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es ein großer Vorteil ist ein Boot bauen zu können, das eine Weiterentwicklung der Siegeryacht ist. Man hat dann sozusagen ein “Generation 2 Boot” wärend alle anderen Teams auf schlechtere “Modelle” aufbauen müssen.
Da das französiche Team Groupama auch finanziell nicht schlecht dastehen dürfte, zählen sie wohl zu den klaren Favoriten.
Auch vor einigen Wochen fertiggestellt wurde der Volvo 70 vom Team Camper.
Der Spanische Schuhhersteller tritt erstmals aus Sponsor beim Volvooceanrace auf. Mitte April machte das Team aus Neuseeland die ersten Schläge und bei der Konstruktion fällt sofort der stark ausgeprägte Knickspannt auf. Er sorgt dafür das man die maximale Breite und somit mehr Stabilität auf Amwind-Kursen hat. Trotzdem bleibt natürlich der flache lange Boden für optimale Gleiteigenschaften. Der Trend in diesen Klassen geht eindeutig dahin das immer mehr Knickspannt auftritt. Das Team Camper sticht hierbei jedoch ganz besonders hervor. Da Neuseeland die Segelnation schlecht hin ist und das Boot von Konstrukteuren des Team New Zealand (ja die vom Americas Cup) gezeichnet wurde stehen auch hier die Chancen nicht schlecht.
Auch Team Puma das im vergangenen Rennen zweiter wurde und es wieder versuchen will, hat das Boot bereits seit drei Wochen zu Waser und machte bei einem Trainingslauf einen Stop in Miami. Mit Ken Read, der auch das vergangene Volvooceanrace skiperte hat man immernoch einen sehr erfahrenen Mann an der Spitze des Bootes. Es ist im übrigen das einzige Boot, dass einen amerikanischen Skipper hat und zudem noch in Amerika gebaut wurde. Zurückblickend hat sich gezeigt, dass ein Team das ein zweites mal antritt meist gut abschneidet. So hat Team Erricson bei der Ersten Teilnahme lediglich einen Plantz im Mittelfeld erreicht, jedoch beim Rennen zwei Jahre Später mit zwei Teams am Start klar dominiert. Die Erfahrung die man mit den Booten bekommt ist nicht zu unterschätzen, auserdem wird den Teams und vor allem den Sponsoren vermutlich klar dabei: Man gewinnt, wenn man ein ordentlich großes Budget hat und vor allem viel Trainings und Entwicklungszeit. Halbherzige oder zu spät gestartete Kampangen haben meist wenig Chancen.
Es dürfte also spannend werden dieses Jahr!










